Ganztagsschule

Ganztagsschule aktuell (Schuljahr 2015-16)

Die Albrecht-Dürer-Schule sammelt  seit vielen Jahren Erfahrung im Bereich Ganztagsschule. Ausgehend vom Konzept der Pädagogischen Mittagsbetreuung des Landkreises Darmstadt-Dieburg hat die Schule sich sehr schnell auch für das Ganztagsprofil 1 des Hessischen Kultusministeriums entschieden. Bereits 2009 wurde der Antrag auf die gebundene Form der Ganztagsschule (Profil 3) mit großer Mehrheit der Gesamtkonferenz und der Schulkonferenz gestellt.
Aufgrund noch fehlender sachlicher und personeller Voraussetzungen, die durch den Landkreis sowie das Land Hessen zu stellen sind, ist die weitere Umsetzung hin zum Profil aktuell leider noch nicht möglich. Trotzdem erfüllt die ADS bereits heute eine Vielzahl an Kriterien, die in dieser Profilstufe zu erfüllen sind. Ziel der Betreuung ist folglich ein qualifiziertes Betreuungsangebot, verbunden mit einer entsprechenden Unterstützung bei schulischen Anforderungen.
Hilfreich bei der Entwicklung unseres aktuellen Angebots waren in erster Linie Erfahrungswerte aus dem Projekt „Lebenswelt Schule“, zu dem heute noch die sogenannten „langen Tage“ (bis 14.30 Uhr) der Klassen 5 und 6 gehören. Zu diesem damals entwickelten Angebot zählen auch heute noch eine für die Schule ressourcenintensive  doppelte Klassenführung (zwei Klassenlehrkräfte), eine Klassenlehrerstunde im Jahrgang 5 und 6 (das HKM sieht eigentlich nur eine Stunde im Jahrgang 5 vor), ein gemeinsam mit den Klassenlehrkräften eingenommenes Mittagessen sowie der in diesem Kontext entwickelte Wahlunterricht WUMMM ( Grundlagen aus den Bereichen Methoden, Medien und Mediation).  Diese Kombination an Angeboten ist bei Schulen im Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt nahezu einzigartig.
Während der Entwicklung der Ganztagsbetreuung hat die ADS bereits früh erkannt, dass eine sinnvolle Betreuung durch qualifiziertes Personal einen wesentlichen Unterschied zur „Aufbewahrung von Schülerinnen und Schülern “ darstellt. Hinzu kommt ein ansprechendes und inhaltlich klar strukturiertes inhaltliches Angebot.
Neben zwei hauptamtlichen sozialpädagogischen Fachkräften, die für die Leitung des Ganztagsbereichs  sowie die Steuerung des Personals und die Festlegung der Inhalte zuständig sind,  stehen insbesondere für die Betreuung der Hausaufgaben („Lernbar“) aktuelle und ehemalige Lehrkräfte zur Verfügung.
Der Grund für den festzustellenden hohen Betreuungsbedarf ist,  dass sich die Lebenswelt von Familien stark verändert hat. Die Arbeitszeiten der Eltern reichen häufig bis weit in den Nachmittag, ein gemeinsames Zusammentreffen aller Familienmitglieder findet meist erst am Abend statt. Hier ist offensichtlich wichtig, dass diese Zeit nicht zusätzlich von nicht gemachten Hausaufgaben und lernorganisatorischem Druck beeinträchtigt wird. Vielmehr ist es wichtig, sich über das Erlebte und Erlernte des Tages auszutauschen. Ein mögliches weiteres Problemfeld ist auch, dass Schülerinnen und Schüler der Unterstufe häufig noch  nicht in der Lage sind, sich zu Hause selbstständig ohne Hilfe zu organisieren!
Für viele Familien entsteht deshalb die Notwendigkeit, dass ihre Kinder nach dem Unterricht weiterhin qualitativ gut betreut sind einen Großteil oder ihre gesamtem Schul- und Lernaufgaben erledigt und darüber hinaus gelernt haben sich selbst zu organisieren. Hier setzt das Konzept der ADS an, ohne für eine zusätzliche finanzielle Belastung  der Familien zu sorgen!
Zudem bietet das schulische Betreuungsangebot der Schule die Möglichkeit Angebote „von Schülern für Schüler“ zu platzieren. Schülerinnen und Schüler gestalten auf diesem Weg ihre Schule aktiv mit, erleben ihre Schule nicht nur als Lernort, sondern auch als Ort, an dem man sinnstiftend seine unterrichtsfreie Zeit verbringen kann. Schule agiert hier umfassend fördernd und kann „lebendiges Lernen“  in Form von musischen, künstlerischen, sportlichen, sprachlichen, naturwissenschaftlichen und mathematischen Angeboten anbieten.
 
 
Das Angebot
Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 haben die Möglichkeit, sich ohne Kosten für die Familien von Montag bis Freitag (!) in der Zeit von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr und von 13:30 Uhr bis 14:30 Uhr sowie in unterrichtsfreien 4. Stunden (11.15 – 12.15 Uhr)  im Ganztagsbereich anzumelden, um die Zeit zu verbringen.
Das Betreuungsangebot ist, neben den sogenannten“ langen Tagen“ der Klassen 5 und 6, an der ADS in  drei Teilbereiche unterteilt:

  • Der Treff “ Albrecht“, der Ausgangspunkt des gesamten Ganztagsangebots und Treffpunkt für das offenen Angebot ist, und
  • „die Lernbar“, an der Haus- und Lernaufgaben mit Unterstützung erledigt werden sowie
  • Arbeitsgemeinschaften, in die sich Schülerinnen und Schüler an zwei Tagen zusätzlich in der Zeit von 14.00 bis 15.30 Uhr einwählen können

Das Personal im „Albrecht“ und in der „Lernbar“
Das „Albrecht“ wird von einer pädagogischen Fachkraft geleitet. Ebenso wird der Personaleinsatz in der „Lernbar“ von einer Fachkraft koordiniert. Für fachliche Fragen steht eine Lehrkraft zur Verfügung.
In beiden Bereichen werden zusätzlich Betreuerinnen und Betreuer aus der Schülerschaft ab der 10 Jahrgansstufe eingesetzt. Ihre Arbeit wird vergütet und sie erhalten zum  Zeugnis ein Zertifikat.
Jeweils im vorangehenden 2. Halbjahr werden neue Oberstufenschüler und -schülerinnen aus der 9. Jahrgangsstufe geworben und in einem halbjährigen Kurs zum Betreuer ausgebildet, sowie für ihre Arbeit in den Kleingruppen geschult. Die eingesetzten Betreuerinnen und Betreuer erhalten im zweiten Halbjahr eine Kurzfortbildung zum Thema „Streitschlichtung“, um ihnen für aufkommende Konflikte in den Gruppen ein Handwerkszeug an die Hand zu geben. Außerdem findet eine monatliche Reflexionsstunde statt, in der die Betreuerinnen und Betreuer fachliche Beratung und praktische Tipps bekommen.
Während der Betreuung werden die einzelnen Lernbargruppen zusätzlich von einer übergeordneten Fachkraft begleitet. Diese bietet im Bedarfsfall direkte Unterstützung an. Das Team der Betreuerinnen und Betreuer wird zudem mit außerschulischen Fachkräften verstärkt.

Die Arbeit im „Albrecht“
Das „Albrecht“ besteht aus einem großen Betreuungsraum, der entsprechend eines Kinder- und Jugendtreffs gestaltet ist. Hier gibt es die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, diverse Gesellschaftsspiele auszuleihen und zu spielen, zu malen, in der gemütlichen Ecke zu entspannen, Musik oder Hörspiele zu hören oder sich Bälle und Outdoorspielgeräte für den Pausenhof auszuleihen um dort zu spielen.
An verschiedenen Tagen in der Woche gibt es zusätzliche wechselnde Projekte. Diese sind den Bereichen Basteln/Werken (z.B. Herstellen von Lippenbalsam), Sport (Indoor-Tischtennisplatte) und Kommunikation (Buchvorstellungen) zuzuordnen. Die Projekte orientieren sich an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und werden von Fachkräften geplant und durchgeführt. Die Teilnahme an den Projekten ist freiwillig.
Gerade diese „offene Betreuung“ bietet viel Raum für Beziehungsarbeit. Über das Setting der Betreuung hinaus sind die Oberstufenschülerinnen und Schüler verlässliche Vertrauens- und Bezugspersonen. Dies fördert nachhaltig ein jahrgangsübergreifendes Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Schulalltags. Die Oberstufenschülerinnen und –schüler profitieren von ihrer Rolle als Unterstützer und haben gelichzeitig eine Vorbildfunktion inne. Sie erwerben für sich Kompetenzen, wie z.B. Verantwortungsbewusstsein, Empathiefähigkeit, Selbstvertrauen und Frustrationstoleranz, die sie in ihrer beruflichen Zukunft einsetzen können. Viele Oberstufenschülerinnen und –schüler haben früher selbst die Betreuung besucht.
Die neuen Schülerinnen und Schüler werden beim Übergang zur weiterführenden Schule sozial unterstützt. Sie sollen sich im Schulalltag aufgenommen und wohl fühlen. Dazu trägt der Umgang mit den älteren Schülerinnen und Schüler wesentlich bei.
Die einzelnen Projekte im Rahmen des „Albrecht“ fördern nonformale Bildungsprozesse. Auch hier liegt der Fokus auf der Beziehungsarbeit zwischen Betreuerinnen/Betreuern und Schülerinnen/Schüler. Über das praktische Arbeiten sowie eine bewegungsorientierte Beschäftigung wird spielerisch gelernt. Das handwerkliche Tun fördert motorische Fähigkeiten und unterstützt gleichzeitig kognitive Fähigkeiten. Durch die gemeinsame Interaktion kann Konfliktverhalten und ein guter Umgang untereinander eingeübt und erlernt werden.
 
Die Arbeit in der „Lernbar“
Die Lernbargruppen werden nach Klasse und Jahrgangsstufe eingeteilt. Ihnen wird je eine Betreuerin oder ein Betreuer zugeordnet. Die einzelnen Gruppen haben einen fest zugewiesenen Raum. Die Schülerinnen und Schüler verteilen sich nach einem ausgehängten Plan auf einzelne Räume und melden sich dort zuerst bei den zuständigen Betreuerinnen und Betreuer an. Alle Schüler sitzen einzeln, damit sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren können. Bei Rückfragen melden sie sich bei ihren Betreuern, diese geben gezielt Hilfestellung. Wahlweise bieten Betreuerinnen und Betreuer zum Einstieg ein Anfangsritual an. Das kann z.B. eine kurze Gesprächsrunde zum Verlauf des Tages, das Anschreiben der Hausaufgaben an die Tafel oder eine kurze Bewegungseinheit sein.
Jeder Schüler bekommt eine 10 minütige,  frei wählbare Pause, so dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ihren eigenen Lernrhythmus zu finden. In den Gruppen darf getrunken, aber nicht gegessen werden. Nach Beendigung der Hausaufgaben oder Lernaufgaben gehen die Schülerinnen und Schüler direkt in das „Albrecht“.
Die „Lernbar“ bietet einen Rahmen für Schülerinnen und Schüler um über den Unterricht hinaus zu lernen,  sich selbstständig zu organisieren. Sie stellt keine Nachhilfe oder keine einzelne fachliche Förderung dar. Die Aufgabe der Betreuerinnen und Betreuer ist die Schaffung einer strukturierten Lernatmosphäre und das Vermitteln geeigneter Herangehensweisen an eigenständiges Arbeiten

Arbeitsgemeinschaften für die 5./6. Jahrgansstufe
An zwei Tagen in der Woche werden für die Schülerinnen und Schüler Arbeitsgemeinschaften in der Zeit von 14:00 bis 15:30 angeboten. Zu diesen können sich die Schülerinnen und Schüler in der ersten Unterrichtswoche anmelden und sie im Anschluss besuchen. Das Angebot umfasst unterschiedliche Bereiche und bietet einen zusätzlichen Raum für nonformales Lernen.
 
20.01.2016, Astrid  Dietz Kontakt E-Mail